Ein Blick in die Zukunft: was hat die FWG für Bedburg in den nächsten Jahren vor?

Nachdem die drei großen Projekte Rathauszentralisierung, Bedburger Mitte und das „Zückerchen“, der neue Stadtteil auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände, jetzt in der Umsetzung sind, befasst sich die FWG mit weiteren Themen, die für die zukünftige Entwicklung von Bedburg bedeutsam sind. Bisher wurde das Thema „Masterplan Verkehr“ nur in einzelnen Teilen in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Dieses über 100 Seiten starke Werk sieht für jeden Bedburger Stadtteil Maßnahmen für die Verbesserung aller Verkehrsarten vor, von denen bisher nur wenige umgesetzt wurden. Die FWG schlug vor einigen Monaten vor, den Masterplan in den einzelnen Ortsteilen der Bevölkerung vorzustellen und die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zu den geplanten Maßnahmen einzuholen und abzustimmen. Für uns ist klar: wir werden den Maßnahmen nur zustimmen, wenn sie die Akzeptanz der Bevölkerung finden.

Eine für Bedburg besonders wichtige Entwicklung ist der S-Bahnanschluss trotz der aus unserer Sicht viel zu langen Planungsdauer. Gerade in Zeiten des Strukturwandels muss der ÖPNV eine sehr gute Anbindung an die umliegenden Großstädte haben. Eine hohe Taktung Richtung Köln und Düsseldorf bis in die späten Abendstunden muss zum Standard werden. Den Busverkehr in Bedburg attraktiver zu gestalten und an die Ankunfts- und Abfahrzeiten der S-Bahn anzupassen, ist dabei erste Priorität. Die von der FWG geforderte Einrichtung eines Bürgerbusses bekommt dadurch noch viel mehr Bedeutung, um die äußeren Ortschaften besser anzubinden. Ob als Schnellbus oder Rufbus: wichtig ist, dass die Menschen mit wenig Aufwand und ohne hohe Kosten in die Bedburger Innenstadt fahren können.

Die umliegenden Großstädte können kaum noch günstigen Wohnraum bieten. Daher ziehen viele Menschen, vor allem junge Familien, aufs Land. Darauf muss Bedburg vorbereitet sein und entsprechenden Wohnraum bieten können – auch für Menschen mit schmaler Brieftasche. Der neue Wohnraum muss jedoch gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt entwickelt werden, damit kleinere Ortschaften keine Nachteile erfahren. Steigendes Bevölkerungswachstum bringt auch höhere Bedarfe an Kindergärten und Schulen, aber auch an Seniorenheimen und Tagespflegeplätzen mit sich, daher fordern und unterstützen wir entsprechende Projekte weiterhin. Kaum war unser Antrag auf Einrichtung von Tagespflegeplätzen in der Welt, kam der erste Bauantrag für eine solche Einrichtung. Übrigens gab es vor unserem Antrag keinen einzigen Tagespflegeplatz in Bedburg.

Energieerzeugung ist eines der Zukunftsthemen in Deutschland und in unserer von Kraftwerken, Tagebauen und Windkraftanlagen geprägten Region deutlich sichtbar. Überschüssigen Strom auf Kosten der hiesigen Stromverbraucher ins Ausland abzugeben, ist jedoch ein Unding. Der Bedburger Windpark auf der Königshovener Höhe bietet sehr gute Voraussetzungen, die erzeugte Energie zu speichern und vor Ort nutzbar zu machen. Die FWG hat sich daher sehr stark für Projekte zur Entwicklung und Produktion von Wasserstoff aus Windenergie eingesetzt und beantragt, die in Bedburg durch Fördermittel umgesetzt werden. Ebenso wichtig ist die auf unseren Antrag geforderte Installation von Gas- und Wasserstofftankstellen. Allerdings beginnen diese Projekte gerade erst und benötigen noch weitere Planungen, die wir begleiten und mitgestalten wollen. Gleichermaßen zum Strukturwandel gehört das zwischen der A 61 und Pütz geplante Gewerbegebiet, das wir stark unterstützen. Schwerindustrie und rauchende Schlote wird es dort nicht geben. Es ist die Ansiedlung emissionsarmer Betriebe angedacht sowie ein Verkehrskonzept, welches den Verkehr passenderweise über die Autobahn und nicht durch die Ortschaften lenkt.

Ein wichtiges Ziel ist für die FWG das Verlassen des sogenannten Haushaltssicherungskonzeptes, welches vor einigen Jahren vom ehemaligen Bürgermeister und seiner Koalition eingebracht wurde und seither die Planung des städtischen Haushalts einschränkt. Daher will jeder Posten im Haushalt sehr gut überlegt und gewählt sein, wobei Bedburg als Stadt nicht den Fortschritt und die Zukunft verschlafen darf. Mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 ist es erstmals gelungen, die Grundsteuersätze auf ihrem Niveau zu halten. Die FWG setzt sich für eine Senkung dieser Steuersätze ein, sobald das Haushaltssicherungskonzept endlich überwunden ist.

Für jeden hier bei uns lebenden Menschen ist deutlich sichtbar geworden, wie sich die Kommunalpolitik seit 2014 gewandelt hat – und diese gute Entwicklung wollen wir fortführen. Die FWG-Fraktion konnte gemeinsam mit Bürgermeister Sascha Solbach und der Stadtverwaltung eine neue politische Kultur etablieren, die die Menschen in Bedburg wesentlich stärker beteiligt. In Ortsterminen und Bürgerwerkstätten wird es am deutlichsten, wie Bürgerinnen und Bürger sich zu bestimmten Themen einbringen und Lösungen mitgestalten können. Wir wollen uns weiter für Bedburg als moderne und offene Stadt einsetzen, die mit ihrer ländlichen Lage eine gute Mischung aus Stadt- und Landleben bietet. Eins können wir der Bevölkerung von Bedburg bereits heute versprechen: Wir arbeiten weiter für die Menschen in Bedburg – „mit Vernunft und Augenmaß“.

(Foto: N. Kappes)