„Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“…? – Nichts Neues zur Erft-S-Bahn

Gestern fand eine politische Informationsveranstaltung im Bergheimer Kreishaus zur geplanten Erft-S-Bahn statt. DB Netze und der Nahverkehr Rheinland (NVR) präsentierten den Zwischenstand dieser Entwicklung, aber statt freudiger Nachrichten herrschte große Ernüchterung. Die Planer sahen sich nicht in der Lage, einen Eröffnungstermin zu nennen, stattdessen wurden mögliche Schwierigkeiten und Hinderungsgründe genannt, z.B. höhere Emissionsbelastungen. Zwar zeigten sich die Planer im Hinblick auf den Ausbau hoch motiviert, diese Stimmung konnten sie aber nicht auf die zahlreichen Mandatsträger aus den Städten des Rhein-Erft-Kreises übertragen.

Andere Probleme wie der Tarifwechsel zwischen den Haltepunkten Bedburg und Glesch und die fragwürdige Teilung der Erftbahn in Bedburg zu den Linien RB 38 und 39 und den daraus entstandenen untragbaren Umsteigezeiten wurden drastisch angesprochen, aber Lösungen waren seitens der Planer nicht zu erkennen. Die FWG-Vertreter/-innen, die gestern vor Ort waren, waren entsprechend enttäuscht. Der ebenfalls anwesende Bürgermeister Solbach sprach es während der Veranstaltung deutlich an: es herrscht ein großer Zuzugswille und Bedburg wächst, aber mit einem so bescheidenen ÖPNV-Angebot werden vor allem Pendler/-innen vergrault. Eine ältere Zuschauerin, die die Veranstaltung vorzeitig verließ, drückte die Situation der Erft-S-Bahn sehr drastisch aus: „Das werde ich nicht mehr erleben.“ Wir sind angesichts des Planungsfortschritts ebenso ratlos und können nur auf bessere Entwicklungen hoffen.

(Fotos: W. Merx)

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